Über TU start
Was ist TU start?
Tu start-Logo

TU start ist ein proaktives Mentoring-Programm, das durch Mentorinnen und Mentoren Jugendliche mit nicht-akademischem Hintergrund darin unterstützen möchte, ihren Weg zur Universität und zu einem passenden Studium zu finden. Das Projekt wird von sechs im Mentoring ausgebildeten Student*innen durchgeführt, die die 30 Mentees mit ihren Erfahrungen, ihren Kenntnissen und Kompetenzen begleiten und unterstützen. Außerdem wird das Projekt von einer Koordinatorin geleitet, die den Kontakt zu den Schulen und dem Lehrpersonal herstellt, den Überblick behält und organisatorisch tätig ist. Last but not least gibt es noch eine Professorin, die das Projekt initiiert hat und verantwortet.

Für wen ist TU start?
3 Farbflüssigkeit
Eine Flüssigkeit mit 3 Farben?! Wie geht das?

TU start ist für Schülerinnen und Schüler aus nicht-akademischen Elternhäusern, in deren Umfeld es keine Erfahrungen mit Universität und Studium gibt. Viele von ihnen werden nicht dazu angehalten sich für ein Studium zu interessieren und sich damit auf fremdes Gelände zu wagen. Mit unserem Projekt wollen wir Schülerinnen und Schüler ansprechen, die Interesse an Naturwissenschaften, Mathematik oder Technik haben und sich vorstellen können, diese Neigungen zu ihrem Beruf zu machen. Außerdem sollen sie neugierig sein und interessiert am Tüfteln und Forschen.

Was will TU start erreichen?
Albert Einstein
"Ich habe keine besondere Begabung, sondern bin nur leidenschaftlich neugierig." - Albert Einstein
Lise Meitner
"Hähnchen, von Physik verstehst Du nichts, geh nach oben!" - Lise Meitner

TU start möchte Schülerinnen und Schüler (vorwiegend) für ein MINT-Studium an der TU Berlin begeistern und ermutigen, sich etwas zuzutrauen und sich zu trauen. Diese sollen in einem Mentoring-Programm gefördert werden um kulturelle Grenzen zu überwinden, ihr eigenes Potential zu entwickeln, sich in einer Gruppe zusammenzufinden und gemeinsam erfolgreich zu sein. Für die Mentor*innen bedeutet das, in einem Reflexions- und Qualifizierungsprozess vertiefte Beratungskompetenzen zu erwerben und die Übernahme von Verantwortung für Jüngere. Die Universität gewinnt ein Instrument, mit dem sich Vielfalt und Integration hervorragend steuern lassen. So gesehen, dient TU start dem Umgang mit Vielfalt in der Universität und setzt neue Standards.

Grundsätzlich versucht TU start, den Ungerechtigkeiten im Bildungssystem in Bezug auf die soziale Herkunft ein Stückweit entgegen zu wirken, bei den Integrierten Sekundar- und Gemeinschaftsschulen anzusetzen und dort die Informationen und Chancen zu verbreiten, die durch die Schulen nicht möglich wäre.

Hintergrund
Baustelle

„Brauchen wir so ein Projekt überhaupt?“ oder „Heutzutage hat doch jeder die gleichen Chancen, egal woher er stammt“ sind Fragen, die uns verschiedentlich gestellt wurden. Und die Antwort ist ein klares „Ja, wir brauchen das und nein, die Chancen sind noch immer nicht für alle gleich.“. Entgegen der verbreiteten Annahme haben sich die Chancen für junge Menschen aus sogenannten bildungsfernen Familien sogar noch verschlechtert. Viele Studien der vergangenen Monate und Jahre (von OECD bis Pisa) bestätigen das. Laut der Auswertung der erhobenen Daten sind heute nur noch 9% aller Studierenden von nicht-akademischer Herkunft, während ihr Anteil Anfang der 1990er Jahre noch 19% betrug. Es besteht demzufolge eine klare Notwendigkeit zu handeln, um die Chancengerechtigkeit wieder zu verbessern. Doch im heutigen Bildungssystem können hierfür nicht nur die Schulen zur Verantwortung gezogen werden, sondern auch die Universitäten müssen diese Notwendigkeit erkennen und aktiv werden. Genau hier möchte das Projekt TU start ansetzen. Wir möchten auf Schulen zugehen und deren Angebot ergänzen, in einer Form in der es den Schulen selbst nicht möglich ist. Auf Jugendliche persönlich zuzugehen, die einen nicht-akademischen Hintergrund haben, ist uns hierbei wichtig. Wir wollen sie über ihre Möglichkeiten zu studieren informieren, ihnen die Universität als einen Ort präsentieren, der auch für sie vertraut werden kann und sie bei der Entscheidung unterstützen, sich an der Universität für ein MINT-Fach einzuschreiben. Auf dem Weg dorthin wollen wir sie begleiten, ermutigen und beraten.

Konzept
Büste Homer
Homer (Büste aus dem British Museum), von dem das Mentoring "stammt"

Bei Mentoring handelt es sich um ein Instrument, das seit mehr als zwanzig Jahren sowohl in der Wirtschaft, in großen Organisationen wie im universitären Bereich systematisch genutzt wird. Häufig findet es Anwendung auf den Feldern des Übergangs, der Nachwuchsförderung oder der Gleichstellung. Der Begriff ist der griechischen Mythologie entlehnt und geht auf Odysseus, den König von Ithaka, zurück, der vor einer seiner langen Seereisen seinen Freund Mentor bat, sich der Erziehung, Bildung und Entwicklung seines Sohnes Telemachos anzunehmen, ihm ein väterlicher Freund zu sein. Auf diesen Prinzipien beruht letztlich auch heute noch das Verständnis von Mentoring: Kooperation, Förderung und Partnerschaftlichkeit. Mentoring verfolgt das Ziel, auf einer persönlichen und vertrauten Ebene, mit einer Person an der Seite, die über Erfahrungswissen und Kommunikationskompetenz verfügt, eine schwer überschaubare Situation zu meistern.

Im Fall von TU start handelt es sich um ein Instrument zur Förderung der Chancengerechtigkeit, von dessen Nutzen alle Seiten profitieren: Die Mentees, die Mentor*innen und die Universität. Geplant ist ein Gruppenmentoring, d.h. mehrere (im Idealfall fünf) Mentees arbeiten mit eine/r Mentor/in zusammen. Im Rahmenprogramm treffen die Gruppen zu verschiedenen Veranstaltungen aufeinander.